„Entschuldigen Sie, aber mein Spanisch ist nicht so gut. Was muss ich wählen, um die richtige Fahrkarte aus dem Automaten zu ziehen“, fragte ich den Angestellten der Metro auf Spanisch. „Oh, Ihr Spanisch ist gut“, antwortet er und erklärt mir, wie ich mein Ticket kaufe, welche Metro-Linien ich nehmen und wo ich aussteigen muss, alles ebenfalls auf Spanisch.
Ich habe Spanisch in der Schule und an der Uni gelernt, allerdings nicht so lange, und ich habe vier Monate in Costa Rica und Chile gelebt. Aber seit ich im Mai 2004 aus Lateinamerika zurückgekehrt bin, habe ich nicht so viele Gelegenheiten gehabt, die Sprache zu praktizieren, deswegen dachte ich, dass ich eine Menge vergessen habe.
Doch bereits auf dem Weg vom Flughafen Barcelona zu meinem Hotel merkte ich, dass ich mehr sprechen und verstehen kann, als ich dachte, und dass meine Sprachkenntnisse mir auch dabei helfen, meine Unterkunft zu finden, die versteckt in einer kleinen Gasse im Herzen des Gotischen Viertels liegt.
Gotisches Viertel
Ich bin schon mal in Barcelona, der Hauptstadt der Provinz Katalonien, gewesen, aber das ist fast zwanzig Jahre her. Damals bin ich nicht alleine gereist, und ich habe nur einen Tagesausflug von der Costa Dorada dorthin gemacht. Ich kann mich nicht daran erinnern, damals viel von der Stadt gesehen zu haben. Deswegen wusste ich sofort, dass ich auch in Barcelona Zeit verbringen will, als ich mich für die TBEX an der Costa Brava angemeldet habe. TBEX steht für Travel Blog Exchange (Reiseblog-Austausch) und gilt als die größte Reiseblogger-Konferenz weltweit.
Auch dieses Mal hatte ich nur 24 Stunden in Barcelona, aber ich beabsichtigte, das Meiste daraus zu machen. Deswegen begann ich mit der Erkundung der Stadt direkt, nachdem ich in mein Hotel eingecheckt hatte.
Es war ein milder Abend, und das Viertel war voller Leute, die durch die Straßen und Gassen bummelten und in den vielen Cafés, Bars und Restaurants saßen. Nachdem ich die Plaça de Sant Jaume mit dem Palau de la Generalitat – dem Sitz der katalanischen Regierung – und dem Rathaus gegenüber sowie die kleinen Straßen und Gassen erkundet hatte, ging ich zur Plaça Reial.
Palau de la Generalitat an der Plaça de Sant Jaume
Rathaus
Einblick in einen Hauseingang an der Plaça de Sant Jaume
Gasse im Gotischen Viertel
Plaça Reial
Später bummelte ich zur La Rambla, einem berühmten Prachtboulevard in Barcelona, der den Hafen mit der Plaça de Catalunya im Stadtzentrum verbindet.
Liceu – das größte Opernhaus Barcelonas – an der La Rambla
Ich beendete den Abend mit einem späten Abendessen in einer gemütlichen Tapas Bar im Gotischen Viertel, ganz in der Nähe von meinem Hotel.
Ausblick vom Balkon meines Hotels
Der nächste Morgen begann mit einem fantastischen Café con Leche für nur 1,50 Euro in einem typischen spanischen Café. Oh Mann, ich wünschte, ich könnte irgendwo in Deutschland einen so hervorragenden Kaffee zu so einem günstigen Preis bekommen!
Anschließend spazierte ich die La Rambla hinunter bis zum Port Vell, dem alten Hafen. Am bemerkenswertesten dort sind die 60 Meter hohe Columbus-Statue und die prächtigen Gebäude der Hafen- und der Zollbehörde.
La Rambla
Kolumbus-Statue
Hafengebäude
Während ich die La Rambla wieder hinaufwanderte, hatte ich Gelegenheit, die wunderschönen Häuser entlang des Prachtboulevards zu bewundern, die sich hervorragend als Fotomotive eignen.
Teatre Principal an der La Rambla
Markt in der Nähe der La Rambla
Die Plaça de Catalunya ist geprägt durch ihre Brunnen und Statuen. Sie wurde in den späten 1920er Jahren gebaut und ist der geschäftigste Platz in Barcelona, der das Gotische Viertel mit der Neustadt verbindet. Ein weiterer bekannter Prachtboulevard, der zur Plaça de Catalunya führt, ist der Passeig de Gràcia.
La Deessa-Statue
Natürlich konnte ich Barcelona nicht verlassen, ohne die Sagrada Familia zu besuchen, eine berühmte Kirche von Antoni Gaudí, einem der bekanntesten Vertreter des Modernisme. Ihr Bau begann 1882 und ist immer noch unvollendet. Dennoch wurden die Geburts- und die Apsisfassade sowie die Krypta 2005 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Baukräne, die man auch aus dem Inneren sehen kann, sowie der relativ hohe Eintrittspreis von 15 Euro hielten mich davon ab, die Kathedrale zu betreten.
Park gegenüber der Sagrada Familia
Als ich Barcelona abends in Richtung Costa Brava verließ, wusste ich dass ich eine wunderschöne Stadt in Europa erkundet hatte und dass ich definitiv für einen eingehenderen Besuch zurückkehren werde.
Übernachtung:
Ich habe im Hotel Brun Barcelona übernachtet, das in einer engen Gasse mitten im Gotischen Viertel liegt. Das Hotel ist ruhig, aber nicht ganz leicht zu finden, am besten druckt Ihr Euch vorher eine Wegbeschreibung von Google Maps aus. Für das Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad habe ich 65 Euro pro Nacht bezahlt, das Frühstück kostet 6,50 Euro extra (Stand: April 2015). Im Zimmerpreis enthalten sind gratis Tee und Kaffee, wann immer man möchte.
Mein Hotelzimmer mit eigenem Balkon
Gemeinschaftsbad
Gemeinschaftsküche
Das Hotel hat mir sehr gut gefallen, und die Atmosphäre war sehr herzlich. Vor meiner Ankunft bekam ich eine E-Mail mit der Bitte mitzuteilen, wann ich ankommen würde, damit man sich optimal auf mich einstellen könne. Zwar hat das Brun Barcelona keine Rezeption, die rund um die Uhr besetzt ist, die Mitarbeiter stehen einem jedoch jederzeit mit Tipps und Ratschlägen zur Seite.
Anreise:
Vom Internationalen Flughafen Barcelona-El Prat fahren blaue Busse – Aerobus genannt – bis zur Plaça de Catalunya. Von da aus habe ich die Metro bis zur Haltestelle Liceu genommen und bin das restliche Stück zu Fuß gelaufen. Man kann sich natürlich auch ein Taxi nehmen, das sollte man aber an der Plaça de Catalunya tun, da die meisten Taxifahrer nicht bereit sind, kürzere Strecken zu fahren.
Die Fahrt mit dem Aerobus bis zur Plaça de Catalunya kostet 5,90 Euro, W-LAN im Bus inklusive. Ein Einzelticket für die Metro kostet 2,15 Euro, unabhängig von der Strecke, eine Zehnerkarte 9,99 Euro.
[…] Wochen später flog ich nach Barcelona und verbrachte 24 Stunden in der Hauptstadt der Provinz Katalonien, bevor ich zu einer Reiseblogger-Konferenz namens TBEX nach Lloret de Mar an die Costa Brava fuhr. […]
[…] Terasse mit Ausblick auf den Pool und seitlichem Meerblick. Es war ganz schön, aber verglichen mit meinem Hotel in Barcelona und anderen Hotels, in denen ich in der Vergangenheit übernachtet habe, fand ich es etwas zu […]